Fußball in Crimmitschau - Eine Chronik PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Rudolf Staudt   
Mittwoch, den 29. Oktober 2014 um 09:45 Uhr

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Chronik des Fußballs in Crimmitschau/Frankenhausen

Das 1848 in England entwickelte Ur-Fußballspiel fand über die Schweiz, 1870 auch den Weg nach Deutschland. Im Laufe der Jahre fand Fußball auch in Crimmitschau schnell begeisterte Anhänger. Ehemalige Schüler der Gewerbeschule waren begeistert von diesem Sport. Als Lehrlinge hatten sie wenig Geld. Sie mussten lange sparen, bis sie sich in Meerane einen Fußball kaufen konnten.

 Fußball in Crimmitschau/Frankenhausen  - Die Anfänge

Am 1. Mai 1906 gründeten junge Fußballenthusiasten den Fußballclub „German“. Sie bauten sich selbst Tore, gegen ein kleines Trinkgeld ließ sie der Schützendiener Erler auf dem Vorplatz des Schützenhauses nahe der Pleiße spielen. Da sich hin und wieder Spieler und Zuschauer prügelten wurde ein neuer Sportplatz im Paradies bei Gablenz geschaffen. Das Vereinslokal war das „Meisterhaus“ in der Jacobsgasse.
1909 stand dann der in Eigenleistung geschaffene Platz am „Harth Schlösschen“ zur Verfügung.
Bis zur Gründung weiterer Vereine dauerte es nicht lange.
1909 wurde der Crimmitschauer Ballspielclub CBC gegründet, 1910 die „Sportvereinigung Deutschnational“ und zwei Jahre später der „Sportverein 1912“.
Vorläufer des CBC war der Club „German“. Im CBC waren etwa 80% der Mitglieder Arbeiter, während in der „Sportvereinigung Deutschnational“ die Mehrheit der Mitglieder aus so genannten besseren Kreisen kamen.
Der SV Deutschnational trainierte im Garten des ehemaligen Gesellschaftshauses in der Zwickauer Straße (heute Klubhaus) und spielte auf einer Wiese nahe der ehemaligen Textilfabrik Erler. Der Sportverein 1912 hatte sein Domizil in der Nähe der Talstraße.
Da keiner dieser Vereine den gewünschten sportlichen Erfolg hatte, schlossen sie sich 1920 zur „Sportvereinigung 06 Crimmitschau“ zusammen und spielten mit 3 Mannschaften. Die dritte Mannschaft bestand aus überwiegend jungen Spielern. Einige davon sollten in die erste Mannschaft wechseln, was aber von bestimmten Personen verhindert wurde.
Daraufhin verließ die dritte Mannschaft die Sportvereinigung 06 und gründete 1921 die Sportabteilung „Wacker“ im Crimmitschauer Turnerklub an der Zeitzer Straße.
1922 verließen die Fußballer den Turnerklub, traten zum Arbeitersport über und gründeten am 1.9.1923 den Sportverein "Wacker Crimmitschau". Gespielt wurde in Frankenhausen auf dem neu geschaffenen Sportplatz. Ende 1928 kamen drei Männer und eine Jugendmannschaft des "Rotfrontsportvereins" dazu.

Die Nazis lösten 1933 den SV Wacker und den Rotfrontsportverein auf und beschlagnahmten das Vermögen und das Inventar.
Somit gab es in der Folgezeit nur die Sportvereinigung 06, die dann leistungsmäßig eine gute Rolle in unserer Region spielte. Der Spielbetrieb verlagerte sich nach Frankenhausen, zumal die anderen Sportplätze aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr genutzt werden konnten. Einer der Höhepunkte war ein Freundschaftsspiel gegen die österreichische Spitzenmannschaft von Rapid Wien in Frankenhausen.
Das Ende des 2.Weltkrieges und die damit verbundenen politischen Veränderungen brachten auch das Aus für die Sportvereinigung 06.

Fußball in Crimmitschau/Frankenhausen - Nach 1945

Nach Ende des 2.Weltkrieges gab es wie überall einen schweren Anfang.
Es fehlte an wichtigen Dingen, die zu einem normalen Durchführen eines Spielbetriebs nötig waren. Hier machten sich die Sportfreunde Seeliger und Löffler verdient und waren maßgeblich an der Neugründung des Vereins beteiligt.
Der neue Verein als Nachfolger der Sportvereinigung 06 spielte als „ Pleißengrund Crimmitschau“ und hatte Leistungsmäßig einen guten Ruf in der Region.
Aus Planitz kommend stieß Heinz Krügel 1949 zu der Mannschaft. Diese wurde 1950 Meister in der damaligen Bezirksklasse Zwickau. Leider musste Heinz Krügel seine aktive Laufbahn wegen Verletzungen bald beenden. Er begann eine lange und erfolgreiche Trainerkarriere und wurde einer der besten Trainer in der DDR. Durch eine Reformierung des Vereinswesens in der DDR wurden den Vereinen sogenannte Trägerbetriebe zugeordnet. Diese sollten die Vereine vor allem materiell unterstützen, was sie aber oft nur notgedrungen taten. Die Vereinsnamen mussten den Hauptträgerbetrieben angepasst werden. Das war in diesem Fall die Textilindustrie, demzufolge wurde aus „Pleißengrund“ die Betriebs-Sportgemeinschaft (BSG) Fortschritt Mitte Crimmitschau.
altDurch Kreisreformen gab es auch neue Spielklasseneinteilungen. Leistungsmäßig war Crimmitschau immer gut platziert. In der Serie 1954/55 wurde Crimmitschau Meister (Trainer Heinz Schinnerling) und stieg in die Bezirksklasse auf. In dieser Mannschaft stand auch mit Lothar Günther einer der besten Fußballer die Crimmitschau je hatte. Bis auf 3 Jahre bei der DDR-Ligaelf von Motor Werdau blieb er dem Crimmitschauer Fußball als Spieler und langjähriger Trainer treu.
Der größte Erfolg stellte sich mit der Meisterschaft in der Bezirksklasse 1957/58 und dem Aufstieg in die Bezirksliga ein (Trainer Hans Schubert). In dieser Mannschaft spielten viele junge Spieler, die aus der eigenen Jungligamannschaft stammten. In den Aufstiegsspielen wurden Schneeberg und Limbach/Oberfrohna bezwungen.
1.000 - 1.500 Zuschauer waren keine Seltenheit bei den Heimspielen. Leider konnte sich die Mannschaft für die Spiele in der Bezirksliga nicht verstärken. Trotz guter Leistungen fehlte das notwendige Stehvermögen um die Klasse zu halten, der Abstieg in die Bezirksklasse 1959 war somit nicht zu vermeiden.
Bis 1962 wurde in der Bezirksklasse gespielt. Der Vereinsname änderte sich von der Serie 1961 in Wismut Crimmitschau. Man erhoffte sich eine Verbesserung der materiellen Basis, vor allem auch die Bereitstellung von Bussen zu den Auswärtsspielen. Diese Hoffnungen wurden aber nicht erfüllt.alt
Der Abstieg aus der Bezirksklasse erfolgte nach der Serie 1961/62, danach wurde aus Wismut die BSG Motor Crimmitschau.
In der Serie 1962/63 der Kreise Werdau und Reichenbach ging Motor Crimmitschau als Sieger hervor und setzte sich in den Aufstiegsspielen durch. Das letzte  entscheidende Spiel gegen eine Plauener Armeemannschaft musste gewonnen werden, was mit einem 4:1 gelang. Es war eines der besten Spiele von Motor. Schon zur Halbzeit verabschiedeten die zahlreichen Zuschauer die Mannschaft mit Beifall in die Pause. Dieser Aufstieg machte auch einen Sportfreund sehr stolz, dem der Crimmitschauer Fußball viel zu verdanken hat, dem leider viel zu früh verstorbenen Rudolf (Rosel) Neuschrank.

In der Bezirksklasse 1963/64 sah es bis zur Halbserie gut aus, zum Tabellenersten fehlten 5 Punkte. Eine schwächere 2.Serie und 4 Punkte Abzug brachte Motor in Abstiegsgefahr. Nach einem Platzverweis sperrte der Verein den Spieler, versäumte es aber, wie damals üblich, sich die Sperre vom Verband bestätigen zu lassen. Die in den der Sperre folgenden 3 Spielen erzielten 4 Punkte wurden abgesprochen. Im letzten Punktspiel zu Hause musste gewonnen werden. Beim Stand von 0:0 kurz vor Schluss gab es Elfmeter für Motor. Keiner der routinierten Spieler wollte schießen, mit J. Selle wurde der jüngste Spieler damit betraut, sein Schuss ging aber daneben. Damit begann für
Motor eine lange Zeit in der Kreisklasse.

Erfolge gab es 1972/73 und 1974/75 als Pokalsieger mit Lothar Günther als Trainer. In der Serie 1975/76 führte Hans Kastl als Spielertrainer die Mannschaft zum Kreismeister. In den Aufstiegsspielen gegen Kirchberg und Netzschkau hätte im letzten Heimspiel ein Unentschieden gereicht. Der ehemalige Bürgermeister Heinz Martin stand schon mit Blumen unter den Zuschauern, aber Motor fand nie zum Spiel und unterlag 0:2. Ob Frau Martin sich über die Blumen freute ist nicht bekannt.

In der Serie 1977/78 übernahm Horst Neumann die Mannschaft und gewann die Meisterschaft. In den Aufstiegsspielen setzte sich Motor souverän gegen Mosel und Irfersgrün durch. Die Punktspiele 1978/79 in der Bezirksklasse waren schwer, da mit Wema Plauen, Einheit Auerbach und Fortschritt Plauen alle drei Bezirksligaabsteiger in der Staffel waren. In der 2.Halbserie konnte sich Motor nicht steigern und stieg wieder ab.

Die Serie 1981/82 beendete Motor unter Trainer Lothar Günther erneut als Meister.
In den Aufstiegsspielen gegen Reichenbach/Heinsdorf gab es im Heimspiel ein 1:1, im Rückspiel eine unnötige 1:2 Niederlage.
Einen Erfolg gab es noch 1983 mit dem Kreispokalsieg.
In den nächsten Jahren war Motor immer im Vorderfeld der Tabelle, aber zum Staffelsieg kam es nicht mehr.

Freizeitfußball (im DDR-Deutsch - Massensport) in Crimmitschau

Ende der 50-er Jahre / Anfang der 60-er Jahre begann ein teilweise umfangreicher Spielbetrieb von sogenannten Nichtaktiven.
Hier sollten Werktätige, die nicht bereits in Vereinen Fußball spielen, Sport treiben.
Die Spiele fanden zu Beginn mehr oder weniger sporadisch an Wochentagen statt. Im Laufe der Zeit wurden es aber immer mehr Betriebsmannschaften, sodass es später einen richtigen Spielplan gab.
Ziel dieser Spiele war es auch, talentierte Spieler für den Vereinssport zu gewinnen. Leider war die Entwicklung so, dass kaum gute Spieler den Weg in den Verein fanden. Es verließen sogar gute Spieler den Verein und spielten lieber in diesen Mannschaften.

Am Anfang gab es Spiele, bei denen der Spaßfaktor im Mittelpunkt stand.
So spielte eine Mannschaft der Crimmitschauer Lehrer (genannt Kreide), des Theaters Crimmitschau (Schminke) und des Krankenhauses Crimmitschaus gegeneinander.
Die Spiele fanden vor zahlreichen Zuschauern in Frankenhausen statt.

In der Folgezeit begann ein unregelmäßiger Spielbetrieb von Firmenmannschaften, in denen auch nicht in diesen Firmen beschäftigten Werktätige mitspielen konnten.
Es beteiligten sich Mannschaften der Zwickauer Maschinenfabrik, des Spinnereimaschinenbaus, der Textima, der Möbelfabrik, der Volltuch (Fortschritt), des Apparatebaues Franz Wagner, der Firma Pfau, der Kunstanstalt Etzold und Kießling, die Polizeimannschaft Dynamo und der Lederfabrik an den Spielen.
Im Laufe der Zeit wurden es weniger Mannschaften.

Die Mannschaft des Apparatebaus spielte ab 1966 als aktive Mannschaft TSG Franz Wagner in der Kreisunion Zwickau Stadt / Werdau, die Mannschaft der Volltuchwerke folgte als Fortschritt Crimmitschau nach.
Unter der Regie des Fußball-Kreisverbandes kam es zu angesetzten Spielen mit Freizeitmannschaften aus dem Raum Werdau.
Besonders gut schnitt die Mannschaft des Verpackungsmittelwerkes (ehem. Kunstanstalt) ab, in deren Reihen auch einige Eishockeyspieler standen.
Durch die vielen Betriebsschließungen nach der Wende kam Anfang der 90-er Jahre das Aus für diesen Spielbetrieb.
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Fußball in Crimmitschau/Frankenhausen - Nach 1989

Durch die politischen Veränderungen mit der anstehenden Wiedervereinigung wurden die Betriebssportgemeinschaften aufgelöst.
Am 30.6.1990, dem Vorabend der Währungsreform, wurde aus der Fußballsektion der BSG Motor die Sportvereinigung Wacker 06 Crimmitschau.
Der Beginn war nicht einfach, da man mit rechtlichen Dingen wie „Eingetragener Verein„ und „Gemeinnützigkeit„ Neuland betrat.

Auch das Thema Sponsorensuche war Neuland, hier leistete Lutz Bachmann jahrelang gute Arbeit.
altWacker 06 entwickelte sich sehr gut, es entstand auch wieder eine starke Nachwuchsabteilung.
Sportliche Höhepunkte waren die Teilnahme an Pfingstturnieren 1991 und 1992 in Blanes / Spanien.
Im Juni 1996 organisierte Wacker eine Festwoche 90 Jahre Fußball in Crimmitschau.
Leider gelang der 1. Mannschaft trotz guter Leistungen nicht der Aufstieg in die Kreisliga.

Ortsnachbar Grün Weiß Crimmitschau, 1966 gegründet, hatte sich auch durch die optimale Unterstützung des Apparatebau Crimmitschau zum leistungsstärksten Fußballverein in Crimmitschau entwickelt.
Der sportliche Höhepunkt mit der Zugehörigkeit in der Bezirksliga war 1999 mit dem Abstieg aus der Bezirksliga überschritten.



altDer Zusammenschluss von Wacker 06 und Grün/Weiß war die logische Konsequenz dieser Entwicklung.

Am 30.6.1999 wurde daraufhin der Fußballclub Crimmitschau gegründet. Leider versuchten einflussreiche Sportfreunde diesen Zusammenschluss zu verhindern und beeinflussten wichtige Spieler von Grün- Weiß, diesen Weg nicht mitzugehen.

Die Serie 1999/2000 verlief nicht optimal, viele längere Ausfälle wichtiger Spieler durch Sperren und Verletzungen sowie Trainerwechsel brachten Unruhe in die Mannschaft, der Abstieg aus der Bezirksklasse war somit nicht zu vermeiden. Daraufhin verließen viele gute Spieler den Verein, so mussten die Punktspiele in der starken Kreisliga 2000/01 mit einem um formierten Team bestritten werden.

Enttäuschend verlief die Serie 2001/02, die mit dem Abstieg in die 1.Kreisklasse endete. Durch eine gute Nachwuchsarbeit entwickelten sich in der A-Jugend talentierte Spieler, die schnell zu Stammspielern in der 1.Mannschaft wurden.
Mit Frank Schierig als Trainer wurde der FCC 2005 überlegen Meister und stieg in die Kreisliga auf.
Dieser Aufstieg war auch eine besondere Freude für Norbert Hunski, der viele Jahre in verschiedenen Funktionen unermüdlich tätig ist und einen großen Anteil am Erfolg hatte.

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2006 feierte der Verein 100 Jahre Fußball in Crimmitschau, der Höhepunkt war ein Spiel gegen die Bundesligaelf von Energie Cottbus, was mit 1:11 verloren wurde.
Bei den Punktspielen in der Kreisliga konnte der FCC weitestgehend überzeugen, in der Serie 2008/09 wurde der 2.Platz belegt.

Durch die angestrebte Fusion des Vorstandes mit Traktor Neukirchen, verließen 2010 einige Spieler den Verein. Die Fusion scheiterte und der FCC bestritt mit einer verstärkten ehemaligen 2. Mannschaft die Punktspiele in der Kreisliga.
Der Abstieg nach der Serie 2010/11 war logisch. Umso erfreulicher war der nicht erwartete Meistertitel unter Trainer Hendrik Hupfer und der sofortige Wiederaufstieg in die Kreisliga 2012.

Großen Anteil in der Entwicklung hatte mit Detlef Hupfer, ein langjähriger verdienter Sportfreund, der vor allem für die jüngeren Spieler immer ein Vorbild ist.

Wie sich der Verein und der Fußball in Crimmitschau weiter entwickeln bleibt abzuwarten. An ein Miteinander der Crimmitschauer Vereine wird in Zukunft kein Weg vorbeigehen. Vereine und die Stadt Crimmitschau müssen wieder aufeinander zugehen. Die baldige Erbauung eines Kunstrasenplatzes ist ein unbedingtes Muss, denn der zur Verfügung stehende Hartplatz ist durch bauliche Mängel in den Wintermonaten oft nicht nutzbar und nicht mehr zeitgemäß.
Bei allem Verständnis für die Probleme der Stadt Crimmitschau sollte dieses Projekt Vorrang vor immer wieder geforderten Bauten im Eisstadion haben.
Crimmitschau braucht auch neben dem Eisstadion eine repräsentative Sportstätte und eine großzügige Unterstützung bei Pflege und Unterhalt, denn damit wird jeder zukünftige Sportverein als Pächter allein überfordert sein.

Nun noch einige Sätze um den Fußball in Crimmitschau herum.

Zu jedem Verein gehören Platzanlagen, Sanitärgebäude und Vereinsgaststätten. Da zum erbauten Sportplatz in Frankenhausen keine Umkleide-und Sanitärräume errichtet wurden, mussten sich die Spieler im Gasthaus „Goldene Säge“ umziehen.
Nach Auskünften älterer Sportfreunde gehörte diese Gaststätte dem Arbeitersport und wurde aber 1933 mit allem Inventar des Arbeitersports enteignet. Die Gaststätte blieb aber neben der Gaststätte „Zur Quetsche“ in der Badergasse bis in die 1970er Jahre Vereinslokal.

Auf dem Gelände des Platzes in Frankenhausen wurde in Eigenleistung der Fußballer ein Sanitärgebäude errichtet und ab der Serie 1959/60 benutzt.
Dieses Gebäude hatte einen Duschraum, vorher mussten sich die Spieler im Waschhaus der „Goldenen Säge“ in Waschschüsseln waschen. Manchmal ermöglichte die Textilfabrik „Gebrüder Pfau“ die Nutzung ihrer Waschräume.
Anfang der 70er Jahre wurde in einem Gebäude der dem Sportplatz benachbarten Reißerei ein Raum als Sportkantine eingerichtet. Mit der Zeit waren die Forderungen nach einem Rasenplatz immer stärker.
Durch den Kauf des benachbarten bäuerlichen Anwesens seitens der Stadt Crimmitschau 1975 konnte auf der Wiese neben dem Hartplatz mit dem Bau eines Rasenplatzes mit Leichtathletikanlage begonnen werden.

Besondere Verdienste bei der Vorbereitung und Durchführung der Baumaßnahmen erwarben sich die Sportfreunde Dieter Bachmann und der leider viel zu früh verstorbene Wolfgang Kohl.
Viele Sportfreunde errichteten in weitestgehend mühsamer Handarbeit die neue Sportanlage. Mit einem Freundschaftsspiel gegen den DDR-Oberligisten Sachsenring Zwickau (2:6) wurde im September 1978 der Rasenplatz eingeweiht.

Ab dem Frühjahr 1979 wurde er dann regelmäßig genutzt. Die sanitären Bedingungen im 1959 errichteten Umkleidegebäude waren mittlerer Weise nicht mehr zumutbar. Im ehemaligen Stallgebäude des angekauften Bauerngutes sollte ein Sozialgebäude mit Klubgaststätte entstehen. Diese Arbeiten zogen sich enorm in die Länge. 1992/93 wurden endlich mit richtigen Baufirmen begonnen und das Gebäude fertiggestellt. Viele Mitglieder beteiligten sich auch an Arbeiten, hervorzuheben ist der vorbildliche Einsatz von Michael Kohl, der maßgebend beim Bau der Klubgaststätte mitwirkte.
Leider traten schon nach kurzer Zeit erhebliche Baumängel vor allem im Nassbereich auf, aber keine der Firmen wurde seitens der Stadt zur Mängelbeseitigung herangezogen. Jahre später ließ die Stadt Crimmitschau einige dieser Mängel beseitigen, damit bestehen für die Nutzer weitestgehend gute sanitäre Bedingungen.
Wie schon erwähnt muss aber eine Lösung zwischen Stadt und Nutzern gefunden werden, denn zu dieser großen Sportanlage gehören Platzwarte, nur mit sporadischen Arbeitseinsätzen kann diese Anlage nicht erhalten werden.

Unbedingt erwähnt werden muss aber auch die jahrzehntelange gute Nachwuchsarbeit und die vielen engagierten Übungsleiter, die ohne eine finanzielle Aufwandsentschädigung tätig waren und es jetzt noch sind.
Besonders problematisch war die Absicherung der Auswärtsspiele, da nur selten passende Fahrzeuge zur Verfügung standen und der Motorisierungsgrad der Eltern nur sehr gering war. Die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln waren sehr Zeitaufwendig und nach heutigen Maßstäben nicht zumutbar.
Ebenso gehört ein Dank den vielen Schiedsrichtern, die für den Verein tätig waren. Bekanntester Schiedsrichter war Herbert Streicher, der sogar in der DDR-Oberliga und in einigen Europapokalspielen zum Einsatz kam. Leider gibt es seit einigen Jahren zu wenige Schiedsrichter im Verein. Es bleibt zu hoffen, dass die derzeit aktiven Schiedsrichter dem Verein erhalten bleiben und neue Sportfreunde gewonnen werden.

Am Ende meiner Ausführungen möchte ich ehemalige Sportfreunde von Grün Weiß Crimmitschau und von Fortschritt Crimmitschau bitten, über Ihre Vereine zu berichten. Es bleibt zu hoffen, dass der Fußballsport in Crimmitschau wieder mehr Beachtung findet, denn nur von Tradition kann kein Verein leben.

Rudolf Staudt

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 09. März 2015 um 10:35 Uhr
 
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